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Jalta – Jewish perspectives on May 8/9 is a trilingual Project of German magazine “Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart”

8 / 9 May – We won the war?

75 years after the German capitulation, National Socialism still has an effect: Suppressed and forgotten groups and perspectives still exist. The public commemoration of the “Day of Liberation” claims to address everyone. But who defeated Nazi Germany? Who was defeated? What does liberation mean? These questions point to the limits of the dominant narrative put forward by society. The descendants of those who were persecuted – Jews, Sinti, Roma and all others – do not have the privilege of forgetting or shrugging off history. They must live with the aftermath of National Socialism. This includes the refusal of the perpetrators’ descendants to face up to individual and collective involvement with the Holocaust and to reflect on its links to current forms of anti-Semitism and racism. The story of the end of the war must no longer be the happy ending of a terrible tale under exclusion of these perspectives. “We” are the subjects of remembrance. The present project intends to give a voice to Jewish perspectives on 8/9 May. The resulting polyphony is an expression of the diversity of Jewish life in Germany. Many Jews living in Germany also have a history of migrating from the former Soviet Union. For the project
8/9 May – We won the war?, we asked Jewish men and women to answer the following questions: What do 75 years of liberation and 8 May mean to you? What is our relationship with this past? How do we see our present? Who remembers or does not remember, and who or what is (not) remembered? In what way does a post-migrant society offer an opportunity for an inclusive discourse on remembrance?

8./ 9. Mai – Wir haben den Krieg gewonnen?

75 Jahre nach der Kapitulation Deutschlands wirkt der Nationalsozialismus weiter, denn noch immer gibt es Gruppen und Perspektiven, die verdrängt und vergessen werden. Die öffentliche Erinnerung an den „Tag der Befreiung“ behauptet, sich an alle zu wenden. Aber: Wer hat das nationalsozialistische Deutschland besiegt? Wer wurde besiegt? Was heißt Befreiung? Diese Fragen verweisen auf die Grenzen des dominanzgesellschaftlichen Narrativs. Nachkomm*innen der damals Verfolgten – Jüd*innen, Sinti*zze, Rom*ja und alle anderen – haben nicht das Privileg zu vergessen oder sich der Geschichte zu entledigen. Sie leben mit den Nachwirkungen des NS, wozu auch die Weigerung der Nachfahren der Täter*innen gehört, sich der individuellen und kollektiven Verstrickung mit dem Holocaust zu stellen, sowie seine Verbindung mit gegenwärtigen Formen von Antisemitismus und Rassismus zu reflektieren. Die Erzählung über das Ende des Krieges darf nicht länger als Happy End einer schlimmen Geschichte unter Ausschluss dieser Perspektiven erzählt werden. „Wir“ sind die Subjekte des Erinnerns. Mit dieser Aktion wollen wir einige jüdische Perspektiven auf den 8./9. Mai sichtbar und hörbar machen. Die Polyphonie, die dabei entsteht, ist Ausdruck des vielfältigen jüdischen Lebens in Deutschland. Viele der in Deutschland lebenden Jüd*innen haben etwa eine Migrationsgeschichte aus der ehemaligen Sowjetunion. Für die Aktion 8/9 Mai – Wir haben den Krieg gewonnen? haben wir Jüdinnen und Juden gebeten, auf folgende Fragen zu antworten: Welche Bedeutung hat die 75Jahre Befreiung und der 8. Mai? In welchem Verhältnis stehen wir zu dieser Vergangenheit? Wir sehen wir unsere Gegenwart? Wer erinnert sich (nicht) und wer oder was wird (nicht) erinnert? Auf welche Weise liegt in der postmigrantischen Gesellschaft eine Chance für einen inklusiven Erinnerungsdiskurs?